Viele Interessenten für ein Potenzmittel schrecken vor den zumeist sehr hohen Preisen für die Markenprodukte Viagra rezeptfrei bestellen, Levitra und Cialis zurück. Die hohen Kosten resultieren zum Teil aus den hohen Kosten für die medizinische Forschung. Forschende Pharmaunternehmen investieren einen nicht unwesentlichen Teil ihres Budgets für die Konzeption und Entwicklung von neuen Medikamenten. Die zeit- und kostenintensive Forschung erfordert hohe Investitionen und wird wie bei jedem anderen Konsumgut am Ende auf den Verbraucher umgelegt.

Wird im Rahmen der medizinischen Forschung ein neues Medikament entwickelt bzw. ein neuer Wirkstoff entdeckt, so wird ein Patent angemeldet, um Wettbewerbern das Kopieren zu verbieten. Für die Dauer der Laufzeit des Patents (üblicherweise 20 Jahre im Medikamentenbereich) kann der Entdecker ein Monopol auf die betriebswirtschaftliche Nutzung des Wirkstoffs für sich beanspruchen. Erst nach dem Ablauf des Patents ist eine kommerzielle Verwertung der wissenschaftlichen Grundlagenarbeit durch die Wettbewerber möglich und erst dann können Potenzmittel Generika auf den Markt gebracht werden.

Aus der beschriebenen Monopolstellung resultiert ein fehlender Wettbewerb, der widerum ein wesentlicher Treiber dafür ist, dass die Preise für Potenzmittel hoch bleiben bzw. hoch gehalten werden. Solange die Patente auf die Wirkstoffe Sildenafil (enthalten in Viagra), Vardenafil (Levitra) oder Tadalafil (Cialis) wirksam sind, ist es Pharmaunternehmen nicht möglich, Generika auf Basis dieser die Potenz steigernden Wirkstoffe herzustellen und zu vertreiben.

Die chemische Zusammensetzung dieser Stoffe ist indes bekannt, sodass Hersteller in Ländern ohne Bindung zum weltweiten Patentrecht (z.B. Indien) nicht davon abgehalten werden können, Medikamente auf Basis dieser Wirkstoffe zu produzieren (z.B. Kamagra). Allerdings ist die Einfuhr dieser nicht zertifizierten Generika nach Deutschland nicht erlaubt.

Ähnlich wie es beispielsweise bei Standardprodukten wie Aspirin mittlerweile unzählige alternative Anbieter (zu z.T. wesentlich günstigeren Konditionen) gibt, wird es auch auf dem Potenzmittelmarkt in einigen Jahren Potenzmittel günstig zu erwerben geben. Wie groß diese Zeitspanne ist, lässt sich aus der verbleibenden Patentrestlaufdauer der jeweiligen Produkte ermitteln.

In dieser Zeit können die forschenden Pharmaunternehmen also recht großzügige Gewinnmargen für ihre Produkte einfahren. Günstige Potenzmittel mit entsprechender medizinischer Zulassung wird es erst dann geben, wenn Potenzmittel Generika auf den Markt kommen, die für eine höhere Konkurrenzsituation und somit fallende Preise sorgen werden.

In der Zwischenzeit muss man sich entweder mit den aktuellen hohen Preisen abfinden, wenn man nicht gerade mit seiner Gesundheit spielen will und billige Potenzmittel aus dem Internet bestellen möchte.

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